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Blutegeltherapie in der Tiermedizin
In folgenden Gebieten in der Tiermedizin findet die Blutegeltherapie ihren Einsatz:
Allgemeine Gelenkserkrankungen, wie z.B. Arthritis, Arthrose, Spat
Hufrollenerkrankung
Kniegelenksarthrose, Schale
Sehnenentzündungen
akute Rehe
Patellaluxation
Hüftgelenksdysplasie bei Hunden
akute Discophathien
Spondylosen
lokale Pyodermien
Abszesse
Thrombosen
Furunkel/Karbunkel
Ödeme
alle Formen von Entzündungsprozessen
allgemeine Entgiftung des Körpers, nach Kastrationen
Der schonende Aderlass wird in der Tiermedizin vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Bei schmerzhaften Arthrosen der Hüfte oder des Schultergelenks verschaffen die Blutegel Schmerzlinderung und eine Entzündungshemmung. Aber auch in der Entzündungstherapie von Arthritiden und Tendovaginitiden leisten sie wertvolle Hilfe.
Die Behandlung schlecht heilender Wunden oder eine Blutansammlung nach Operationen kann durch den Einsatz von Blutegel sinnvoll unterstützt werden. Der große Vorteil bei einer Blutegelbehandlung gegenüber einer traditionellen Behandlung ist, dass innere Organe wie Leber, Niere und Herz nicht belastet werden. Daher ist die Therapie auch bei älteren Tieren sehr gut anwendbar Insbesondere bei Pferden und Hunden wird die Blutegeltherapie wieder häufiger eingesetzt
Die Blutegel gehören zu der Familie der blutsaugenden Ringelwürmer und stehen den Regenwürmern nahe. Am bekanntesten ist die Art der medizinischen Blutegel, der Hirudo medicinalis. Infolge der schlechteren Wasserqualität ist heute der Egel nur noch selten in unseren Gewässern, vor allem in flachen, kalkarmen Teichen anzutreffen. Für medizinische Zwecke werden heute Blutegel gezüchtet. Das Wort "Egel" stammt vom griechischen Wort echis, was soviel wie kleine Schlange bedeutet.
Der Biss ist sternförmig (man redet hier gerne vom Mercedesstern), und wird durch ca. 80 Kalkzähnchen verurusacht, die sich in die Haut raspeln um zum Blut zu gelangen. Durch Öffnungen zwischen den Zähnchen wird Saliva (Blutegelspeichel) abgegeben. Diese Saliva enthält die folgenden bisher identifizierten Wirkstoffe:
Hirudin (Der Hauptwirkstoff sorgt für die Hemmung der Blutgerinnung),
Calin (eine ebenfalls für die Blutgerinnung verantwortliche Substanz im Speichel und bewirkt das Nachbluten der Wunde, welches eine reinigende Funktion einnimmt und mit einem sanften Aderlass zu vergleichen ist).
Des weiteren sind die Substanzen Hyaluronidase, Egline, Bdellin, Apyrase, Kollagenase, Destabilase, Piyavit und andere in der Saliva enthalten. Die Funktionen und Inhalte all dieser Stoffe ist noch nicht gänzlich erforscht.
Egelbehandlung
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Willow, ein American Staffordshire Terrier bei der Egelbehandlung nach einer Muskelabriss-OP |
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Die Egel werden an sauberen ohne Seife gereinigten Hautstellen angesetzt. Die durchschnittliche Saugzeit beträgt etwa 30 bis 60 Minuten, maximal aber bis zwei Stunden. Die prall vollgesaugten Egel lassen dann los und rutschen ab.
Der Heilerfolg hängt von der Intensität, der Stetigkeit, der Stärke und der Dauer des Nachblutens ab. Es werden aus den kleinen Wunden Substanzen wie Histamin ausgeschwemmt, die einen schnelleren Heilvorgang garantieren. Es kann bis zu 24 Stunden lang nach der Behandlung zu Nachblutungen kommen. Die kleinen Wunden verheilen meist gut und bleiben unsichtbar.
Das Nachbluten sollte nicht unterbunden werden, denn es erhöht die Wirksamkeit der Blutegeltherapie und die entstauende Wirkung. Außerdem wird dabei die Wunde von den Keimen befreit. Die Wunden sollten in den nächsten Tagen bis zur Verheilung kontrolliert werden.
Gegenanzeigen für eine Blutegeltherapie
Absolute Gegenanzeigen für eine Blutegeltherapie sind:
Blutgerinnungsstörungen wie z.B. Bluter
Blutarmut (Anämie)
allergische Reaktionen auf Wirkstoffe des Blutegels
vorhandene Immunschwächen
Relative Gegenanzeigen für eine Blutegeltherapie sind:
Trächtigkeit
starke Narbenbildung und
schlechte Konstitution oder Abwehrschwäche des Patienten
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